moz: Im Herbst beginnt Bau der Trinkwasserleitung

Märkische Oderzeitung | 15.09.2013 | Uran

Schönfeld (MOZ) Wegen Uran-Belastung darf das Wasserwerk im Tantower Ortsteil Schönfeld nur mit Sondergenehmigung arbeiten. Der Zweckverband Zowa baut eine neue Verbindung zum Wasserwerk Tantow. Danach wird der Betrieb in Schönfeld stillgelegt.

Zwei Brunnen fördern im Werk Schönfeld das Trinkwasser. Am 31. Dezember 2014 endet die Sondererlaubnis, die das Gesundheitsamt Uckermark für den Betrieb des Werkes erteilt hat. Nach der bislang erfolglosen Ursachenforschung, woher die erhöhte Uran-Belastung des Trinkwassers kommt, will der Zweckverband nun eine neue Leitung bauen. Der symbolische erste Spatenstich soll am 23. September erfolgen.

"Wir sind in einem laufenden Vergabeverfahren. Auch die Vermessung ist noch nicht abgeschlossen", sagt Zowa-Verbandsvorsteherin Sabine Ambos und hält sich mit weiteren Fakten zurück. Im Gespräch war aber einmal, dass die neue Leitung um die 180 000 Euro kosten könnte. Und das ist schon die finanziell günstigste Lösung. Drei Varianten waren favorisiert worden.

Dennoch kann der Neubau nur in Angriff genommen werden, weil das Land dem Fördermittelantrag des Zowa zugestimmt hat. Im Juli kam der Zuwendungsbescheid, dass das Bauvorhaben zu 55 Prozent gefördert wird. Den Rest bestreitet der Zowa aus Eigenmitteln.

Die neue Leitung führt zwei Kilometer lang über Feld und Acker bis nach Damitzow. Dort wird sie in die Leitung nach Tantow eingebunden. Der Zowa hat mit den betroffenen Landeigentümern gesprochen und Vereinbarungen über eine Entschädigung getroffen. "Es gab keine Absagen", ist Sabine Ambos erleichtert. "Wenn wir mit dem Bau beginnen, reden wir noch einmal mit den Eignern."

Die Verbandsvorsteherin hofft, dass die Bauarbeiten im Mai 2014 fertig sind. Ab dann würde das Wasserwerk Tantow die Schönfelder mit versorgen. Die Kapazität reicht aus. Der Zowa hat für Schönfeld eine zusätzliche Entnahmemenge von 6000 Kubikmetern im Jahr ermittelt.

Der Gartzer Amtsdirektor hat die Aufregung um die erhöhten Uran-Werte und die Unsicherheit der Einwohner miterlebt. Er sagt: "Es ist gut, dass der Zowa eine Lösung gefunden hat und diese jetzt zügig umgesetzt werden kann."

Doch heißt es jetzt "Ende gut, alles gut?" Nur zum Teil. Denn noch immer ist die Ursache ungeklärt, warum bei einer Routinekontrolle ausgerechnet in Schönfeld erhöhte Uran-Konzentrationen im Trinkwasser gemessen wurden.

Die Meldung war im Sommer 2012 ein Schock für die 160 Einwohner des Dorfes. Seit dem haben sich diverse Fachleute mit der Problematik beschäftigt. Sabine Ambos sagt: "Wir sind in Deutschland ein fast einzigartiger Fall." Der Vermutung, dass die Werte wegen zu hoher Düngemittelbelastung zustande kommen, will sie nicht zustimmen. Auch in der Nähe anderer Wasserwerke würden Bauern ihre Felder düngen.

Laut einer Forderung des Gesundheitsamtes muss der Zowa im Wasserwerk Schönfeld vierteljährlich Qualitätsmessungen durchführen. "Wir haben keine weitere Erhöhung gemessen. Außerdem stellen wir die Ergebnisse regelmäßig ins Internet", versichert Sabine Ambos.

Quellen: MOZ