DISKUSSION UM GLYPHOSAT ERREICHT DIE ÖFFENTLICHKEIT

Glyphosat ist ein sogenanntes Breitband- oder Totalherbizid und gehört zu den weltweit meistgenutzten Spritzmitteln in der Landwirtschaft.

Nicht nur in Südamerika wird es großflächig Herbizidresistentem Soja (Roundup-Soja) ausgebracht, auch hierzulande wird es oft mit unzureichender Aufklärung über die Risiken und Auswirkungen sowohl zur Unkrautvernichtung als auch als Hilfe zur termingerechten Abreife eingesetzt.

Entwickelt wurde das Herbizid vom amerikanischen Agrarkonzern Monsanto, der es als "Roundup" verkauft. Der Boom brach los mit der Marktzulassung gentechnisch veränderte Sojasorten, die gegen das Totalherbizid resistent sind. Seit der Patentschutz vor einigen Jahren ausgelaufen ist, nutzen auch andere Hersteller den Wirkstoff Glyphosat, dazu gehören etwa die Chemiekonzerne Bayer und Syngenta. Laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sind 75 Präparate in Deutschland zugelassen. Obwohl Wissenschaftler und Umweltschützer seit Jahren davor warnen, nimmt der Verbrauch in Deutschland drastisch zu. Seit Ende der neunziger Jahre hat er sich nach den Zahlen des BVL fast verdoppelt, auf 15.000 Tonnen pro Jahr. 2012 wäre eigentlich eine routinemäßige Risikoüberprüfung des Wirkstoffs auf EU-Ebene fällig geworden, doch die wurde offensichtlich auf Anraten deutscher Behörden auf 2015 verschoben, wie aus einer Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag hervorgeht. Doch die Diskussion gelangt mehr und mehr in den öffentlichen Fokus, denn die Bedenken seitens der Wissenschaft mehren sich. Neben anderen Untersuchungen kommt auch eine noch nicht veröffentlichte Studie der Universität Leipzig zu einem alarmierenden Ergebnis. "Wir haben Glyphosat im Urin von Menschen, Nutztieren und wild lebenden Tieren nachgewiesen, in fast allen Proben", sagte Professorin Monika Krüger letzten Freitag der Süddeutschen Zeitung. Sie leitet das Institut für Bakteriologie und Mykologie, das die Untersuchung durchführt. "Dies ist ein bedenkenswertes Ergebnis. …." Letztes Jahr wurde zudem eine Publikation mit zwei geologischen Studien aus den USA veröffentlicht, die konsistent Glyphosat in Flüssen, Regen von landwirtschaftlichen Regionen in den USA nachwies. Weitere aktuelle Studien legen nahe, dass Menschen Glyphosat nicht nur durch viele verschiedene Quellen aufnehmen, sondern dass es auch im Blut zirkulieren und sogar die Plazenta passieren und den entwickelnden Fötus erreichen kann.

http://www.gmwatch.org/index.php?option=com_content&view=article&id=13631

Quelle: Gäa e.V. - Vereinigung ökologischer Landbau ANBAUVERBAND UND ZERTIFIZIERER