HORNISSENKÖNIGINNEN BAUEN IHRE NESTER

Schweriner Express | 12. Juni 2013

 

Ein Hornissenvolk vertilgt pro Tag 500g Insekten

Schwerin-Zippendorf. Wer auf seinem Grundstück schon eine Hornisse gesehen hat, ist definitiv ein Glückspilz. Bestimmt ist es eine Königin, die gerade mit den Nestbau begonnen hat.

Wenn sie einen Nistplatz im Garten gewählt hat, kann damit gerechnet werden, dass das Hornissenvolk den ganzen Sommer über jeden Tag 500 Gramm Insekten vertilgt. Dazu gehören auch Fliegen und Wespen, die die Hornisse im Flug erbeutet. Werden Sie nicht durch menschliches Fehlverhalten gereizt und ständig gestört, sind Hornissen überaus friedfertige Insekten mit hohem Beobachtungswert. Vor allem in einem Gebäude, wo sich das Leben nicht in einer Höhle sondern frei vor den Augen des Beobachters abspielt, vermitteln diese stattlichen, urigen Großinsekten dem Naturfreund ungewöhnliche, eindrucksvolle Bilder: Wie die eleganten Tiere sich liebevoll um ihren Nachwuchs kümmern oder ihr kunstvolles Nest aus Papier erweitern, ist sehr beeindruckend. An ihrer Reinlichkeit, mit der sie den Wabenbau sauber halten, kann sich so mancher ein Beispiel nehmen.

Einige Regeln sollten beachtet werden, gerade von denjenigen, die das Nest beobachten wollen:

  • Stellen Sie sich gegen den Wind auf,
  • atmen Sie die Wespen nicht direkt an und
  • verstellen Sie die Flugbahn nicht zu lange.
  • Erschüttern Sie das Nest durch Klopfen oder Stoßen.
  • Sie sollten mindestens einen Meter Abstand zum Nest halten, und
  • Sie sollten wissen, dass die Hornissen ihr Nest im Umkreis von vier Metern verteidigen. Sie können sich aber an Beobachter gewöhnen, und
  • in der Naturschutzstation kann man einen Film ansehen, in dem ein älterer Herr seinen ungeschützten Kopf in einen Hornissenkasten steckt.
  • Hornissenstiche sind übrigens nicht gefährlicher als Bienenstiche.

Hornissennester werden übrigens nur einmal benutzt. Im Herbst stirbt das bis zu 600 Tiere umfassende Hornissenvolk bis auf die befruchteten Jungköniginnen ab, die sich abseits des alten Nestes einen Unterschlupf zum Überwintern suchen.

Wenn trotz allem ein Hornissennest entfernt werden muss, zum Beispiel weil demente Personen sich in der Nähe aufhalten, ist dafür eine Genehmigung von der unteren Naturschutzbehörde der Stadt Schwerin  oder des Landkreises erforderlich, denn die Hornisse ist gesetzlich geschützt. Manchmal ist auch eine Umsiedlung möglich. Es gibt sogar Mitbürger, die sich ein Hornissennest im Garten wünschen. Hier kann die Naturschutzstation vermitteln.

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Web: http://www.naturschutzstation-schwerin.de/
Dr. Brigitta Tremel  und Herbert Brandt

Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Brigitta Tremel