DER KOMPOSTHAUFEN

Für die Fruchtbarkeit der Erde ist eine gute Versorgung mit Nährstoffen wichtig. Die turmhohe Überlegenheit des organischen Humusdüngers aus ökologisch einwandfreiem Material gegenüber der mit Chemie. Über die Forderung nach Humusdüngung hinaus stellt sich für jeden die Frage, wie wir selbst mit der Humusproduktion beginnen können, also die Frage nach der Kompostierung...

Für die Fruchtbarkeit der Erde ist eine gute Versorgung mit Nährstoffen wichtig. Die turmhohe Überlegenheit des organischen Humusdüngers aus ökologisch einwandfreiem Material gegenüber der mit Chemie. Über die Forderung nach Humusdüngung hinaus stellt sich für jeden die Frage, wie wir selbst mit der Humusproduktion beginnen können, also die Frage nach der Kompostierung unserer organischen Abfälle und ihrer anschließenden Verwendung als Humusdünger. Dazu wollen wir Anlage, Aufbau und Weiterverwertung eines Komposthaufens erläutern.

 

1. Wahl des Ortes

Da im Kompost wie in einem Brutofen feuchte Wärme herrschen sollte, sind für den Platz eines Komposthaufens windgeschützte, warme Stellen geeignet. Windschutz kann durch Hecken oder Gebäude erreicht werden. Grundsätzlich sollte der Ort nicht wechseln und möglichst in der Nähe des Gartenlandes angesiedelt werden. Wie immer muss man ansonsten die konkreten Gegebenheiten berücksichtigen.

 

2. Größe

Vorweg muss festgehalten werden, dass man 2 Haufen benötigt: Einen, der gerade reift, und einen zweiten, auf dem die Abfälle entsorgt werden, der sich also gerade in der Phase der Anlage befindet.

Je nach Größe des Gartens sollte der Haufen die Grundmaße von 1,50m / 2,00m mal 3m/4maufweisen. Der Kompost hat eine flache Wölbung, so dass die Höhe (mind.1 m) je nach Breite variiert.

 

3. Der Untergrund

Die Sohle soll auf 25-30cm Tiefe aus Mutterboden oder sandigem Lehm bestehen, um den Regenwürmern die Möglichkeit des Rückzugs zu eröffnen (z.B. bei Trockenheit). Eine Umrandung aus Steinen, bis zu 2-3 Lagen auch an der Rückseite als Trockenmauer zur Begrenzung, ergibt einen sauberen Abschluss.

 

4. Aufbau

Fast alle gesammelten Garten-und Küchenabfälle können auf den Kompost. Abgeraten wird von Schalen der Zitrusfrüchte, Blättern von Ahorn und Tulpenbaum, sowie von Saat tragenden (Un-) Kräutern, die man nicht zur erneuten Aussaat im Gartenland haben möchte. Auch auf schimmelnde Früchte sollte verzichtet werden. Dagegen können alle holzigen, verkleinerten Stauden, Äste etc. verwendet werden und tragen zur Auflockerung des Bodens bei.

Die gesammelte Biomasse wird in einer Höhe von jeweils 10 cm aufgeschichtet. Zwischendurch soll nach den ersten 10cm etwas Kalk gegeben werden. Nach den nächsten 10cm folgt eine fingerdicke Zwischenschicht mit sandigem Lehm und Mist. Nach 10cm dann wieder Kalk usw. Dieser Schichtaufbau wird bis zur Höhe von ca. 1m wie bei einer Kartoffelmiete betrieben.

Zusatzstoffe zur Förderung der mikrobiologischen Prozesse

  • Effektive Mikroorganismen (EM)
  • Penergetic K
  • Kanne flüssig Fermentgetreide Boden/Pflanzen

können, in Wasser gelöst, flächig über den Zwischenschichten oder über vertikale Löcher im Komposthaufen ausgebracht werden.

Als Abschluss soll der Kompost eine Abdeckung aus Grasschnitt ohne Samenbildung, Blätter oder Stroh bekommen, damit im Inneren die nötige Wärme von 18 Grad entstehen kann.

 

5. Umsetzen

Wenn der Kompost zusammengesackt ist, weil die Regenwürmer ihre Aufgabe erfüllt und einen homogenen, lockeren Humus erzeugt haben, wird er durch Umsetzen noch einmal neu durchmischt, so dass die Mikroorganismen die verbliebenen Stoffe weiter durcharbeiten.

Dazu wird – nachdem der Grasmantel entfernt wurde -der ganze Haufen auf den Nachbarstandort verlegt und dabei werden alle vorhandenen Stoffe wie noch feste Holzschnitzel, lockerer Humus und sandiger Lehm neudurchmischt.

 

6. Zusatz-Materialien und deren mögliche Bezugsquellen

  • Kalk: „Nord weiß Gartenperle“ als Granulat in Baumärkten erhältlich
  • PenergeticK im Bioladen „Kornblume“ (Parchim) oder über Firma Plocher
  • Kanne flüssig Fermentgetreide Boden/Pflanzen bei Kanne unter www.kanne-brottrunk.de
  • EM im Bioladen, unter www.emiko.de oder bei Mario Heckel in Siggelkow unter http://em-ost.de/
  • -Sandiger Lehm bzw. Erde in MV meist auf dem eigenen Grundstück
  • Jauche / Stallmist aus eigener Produktion oder vom Biobauern (Stallmist kann mit Wasser versetzt durch Stehenlassen zu Jauche verarbeitet werden.)
  • KEIN Gesteins-oder Knochenmehl

 

Zugrundeliegende und weiterführende Literatur:

  • Alwin Seifert: Gärtnern, Ackern – ohne Gift
  • Abtei Fulda: Kompost Gold im Biogarten
  • Gertrud Franck: Gesunder Garten durch Mischkultur
  • Rudolf Behm/ Kurt Kretschmann: Mulch total: Der Garten der Zukunft

 

Aus dem Vortrag "Humusdüngung" vom 29.10.2012 auf dem Forum 

Dieter Hammann (1951-2014)