GANZ OHNE GANS

Sechs Millionen Deutsche essen kein Fleisch.

Musiker Thomas D. ist einer von ihnen.

 Alle Jahre wieder kommt bei den meisten Famlien zu Weihnachten dasselbe auf den Tisch: Gänsebraten, Rotkohl und Klöße. Das war auch bei Thomas D. so. Zumindest bis 1989. Da hat der Musiker die Entscheidung getroffen:

"Ich will nicht, dass Tiere für mein Essen sterben müssen."

Ende der 80er Jahre gab es noch keine Gammelfleischskandale, keine TV-Dokus über Massentierhalltung und keine Satellitenbilder von der Abholzung des Regenwaldes für den Anbau von Futtermitteln.

"Mittlerweile gibt es viele gesundheitliche und ethische Gründe, vegetarisch zu leben"

sagt Thomas D. "Aber damals war noch nichts mit großer Revolution à la: Fleischfrei ist gesund." Laut Statistik des Vegetarierbundes Deutschland lebten damals nur 300.000 Menschen in Deutschland fleischfrei. Heute sind es fast sechs Millionen Vegetarier. Dass Thomas D. das fleischfreie Leben trotzdem durchgezogen hat, hat er auch seinem Hausarzt zu verdanken. Der sonst eher konservative Arzt sagte:

"Auf Fleisch zu verzichten ist das Beste, was Sie machen können."

Seitdem hatte Thomas D. kein Fleisch mehr auf dem Teller. Seit einiger Zeit versucht er, auch sonst auf tierische Produkte zu verzichten. Er trägt keine Lederschuhe und keinen Ledergürtel. "Ich mag den Geschmack von Curryuwrst, Burger, Gyros und Bolognese nach wie vor", sagt Thomas D.

"Aber nur weil es schmeckt, muss ich ja kein Fleisch essen!"

Auch seine Frau und seine Kinder leben vegetarisch.  "Wenn die Kinder irgendwann einmal Fleisch essen wollen, werde ich es nicht verbieten. Aber momentan haben sie kein Interesse." Statt eines traditionellen Braten-Klöße-Kohl-Menüs gibt es bei seiner Famile jedes Jahr ein anderes kulinarisches Weihnachtsmotto. "Weihnachten ist bei uns eine Reise in eine andere Kultur. Mal wird italienisch, mal thailändisch gekocht. Hauptsache ohne Fleisch. In diesem Jahr steht Indien auf dem Plan.

Das Thema des bewussteren und verantwortungsvollen Lebens beschäftigt Thomas D. auch in seiner Musik. "Ich versuche, in meinem Liedern nicht den Zeigefinger zu heben. Das Gute an Musik ist, dass sie einlädt, sich mal Gedanken außerhalb der Schubladen zu machen." Missionieren will der Musiker aber niemanden: "Klar denke ich, dass es besser wäre, wenn wir alle Vegetarier wären. Aber die Entscheidung muss jeder für sich treffen." Viele Fans haben das getan.

 

Vorspeise: Bunter Salat mit Sprossen und Pilzen

Zutaten: Salat (je nach Geschmack), Salatgurke, Tomaten, Zwiebeln, Oliven (grün oder schwarz), Pilze (gemischt), Sprossen (Alfalfa, Mungobohnensprossen), Kürbis- und Sonnenblumenkerne
Für das Dressing: Öl, Balsamicoessig, Ahornsirup, Senf, Kräutersalz, Salatgewürz, Knoblauch

 

Hauptgang: Indisches Curry mit sechs Juwelen

Zutaten (für 4 Personen): 400 g Gemüse (Bohnen, Kartoffeln, Möhren, Erbsen), 1 Zwiebel, Ingwer, Knoblauchpaste, 
4 EL Tomatenmark, 1–3 Chilischoten, 1 TL Kurkuma, Salz, Cashewnüsse, Ananas aus der Dose, 1 Becher Sojasahne, Rohrzucker, 
frisches Koriandergrün

Zubereitung: Das Gemüse in kleine Würfel schneiden, garen und abgießen. Die Zwiebel in etwas Öl anbraten, Ingwer und Knoblauchpaste dazurühren und das Tomatenmark und Chili dazugeben. Mit etwas Wasser cremig rühren. Anschließend das Gemüse, Kurkuma und Salz dazugeben. Alles ein paar Minuten kochen lassen. Nüsse, Ananas und Sahne untermischen und leicht erhitzen. Zum Abschluss mit etwas Rohrzucker abschmecken. 
Vor dem Servieren das Koriandergrün darüberstreuen. Dazu passt Reis oder Nan-Brot.

 

Dessert: Veganes Sorbet aus Früchten

Zutaten (für 4 Personen): 400 g gefrorene Früchte (je nach 
Geschmack), 1 Becher Sojasahne, 
frisches Obst

Zubereiten: Die Früchte mit 
einem Pürierstab verquirlen. Die Sahne schlagen und unter das Fruchtmus rühren. Mit frischen Früchten garnieren. 


 

Interview von Anne Lehwald am 16.11.2012 für die Zeitschrift MEINPAKET

 

Wir finden: Gut gemacht Thomas D. Und wir möchten Sie ermuntern noch ökologischer zu handeln:

  • Kaufen Sie möglichst alle Zutaten bei Ihren Bio-Landwirt des Vertrauens.
  • Ersetzen Sie die Zutaten für den Salat durch Früchte, die der Jahreszeit entsprechen. Also Kohl, Möhren, Poree, Sellerie usw.
  • Fügen Sie dem Hauptgericht gekeimtes Getreide zu.
  • Ersetzen sie die Ananas durch eine Steckrübe, die Sojaprodukte durch gute Sahne, den Zucker durch Honig oder Stevia.

Mit diesen einfachen Änderungen unterstützen Sie ein vorbildliches Konsumverhalten und tragen bei zum Schließen unserer Kreisläufe. Sie ernähren sich entsprechend der Jahreszeit und geben damit Ihrem Körper genau das, was er jetzt braucht. Butter und Sahne sind wesentlich besser als ihr Ruf und sie werden quasi vor Ort produziert.

Anja Osten