svz: Biologen weisen giftige Chemikalie in der Nordsee nach

svz | 03.12.2011 | Benzotriazol

Husum. Wissenschaftler haben in der Nordsee giftiges Benzotriazol gefunden. Die Chemikalie wird unter anderem in großen Mengen als Korrosionsschutz den im Flugverkehr verwendeten Enteisungsmitteln untergemischt, teilte die Naturschutzgesellschaft "Schutzstation Wattenmeer" gestern in Husum mit. Selbst die Hersteller stufen Benzotriazol als wassergefährdend, fischgiftig und langfristig schädlich für Wasserorganismen ein, wie Schutzstationssprecher Christoph Goetze sagte. Der gut wasserlösliche Stoff stehe im Verdacht, krebserregend zu sein.

Den Angaben zufolge steigt der Verbrauch von Benzotriazol. So wird die Chemikalie nicht nur bei Frost auf Flughäfen versprüht, sondern unter anderem in den heimischen Geschirrspülmaschinen als Silberschutzmittel genutzt und auf Textilien aufgebracht, um die Menschen vor UV-Strahlen zu schützen. In Kläranlagen wird Benzotriazol kaum abgebaut, so dass nach Berechnungen des Heimholtz-Zentrums Geesthaacht pro Jahr rund 80 Tonen der Chemikalie hauptsächlich über Elbe und Rhein in die Nordsee gelangen, sagte Goetze. Der Biologe fordert eine regelmäßige Kontrolle der Abwässer. Die Konzerntraditionen im Nordseewasser stellen für den Menschen aber keine akute Gefahr dar, erklärte er. dpa.