blitz am sonntag: Tickende Zeitbomben?

Blitz am Sonntag | 3. August 2014

Verderblichkeit bei Arzneimitteln auf dem Prüfstand

Berlin/wb/pm. Lebensmittel, die kurz vor Ablauf ihres Mindesthaltbarkeitsdatums stehen, wandern nicht selten in den Mülleimer. Bei Arzneien hingegen reagieren viele weniger vorsichtig. "Während sich bei einigen Mitteln nach Ablauf des Verfallsdatums lediglich ihre Wirksamkeit verringert, entstehen etwa bei bestimmten Hustensäften oder dem entwässernden und blutdrucksenkenden Wirkstoff Hydrochlorothiazid mit der Zeit giftige oder krebserregende Abbaustoffe", warnt Moritz Müller-Dombois, Geschäftsführer von medizinfuchs.de. Grundsätzlich lassen sich zwei Angaben zur Haltbarkeit eines Medikamentes unterscheiden: zum einen das Verfallsdatum, zum anderen die Aufbrauchfrist. Erstere gibt an, wie lange sich die jeweilige Arznei im geschlossenen Zustand hält. Letztere befindet sich meistens auf Flaschen, Tiegeln oder Tuben von etwa Augentropfen, Hustensäften oder Cremes. Sie informiert den Verbraucher über den Zeitraum, in dem der Inhalt nach dem Öffnen nutzbar ist. Wer das Anbruchsdatum auf der Verpackung notiert, erhält dabei eine bessere Kontrolle. Unabhängig vom Verfallsdatum liefert auch das Aussehen von Pille, Creme & Co. einen Hinweis auf ihren Zustand. "Finden sich dunkle Flecken auf Tabletten, Risse oder Verfärbungen an Dragees, schwebende Flocken oder Bodensatz in sonst klaren Flüssigkeiten gehören die Produkte aussortiert", erklärt Moritz Müller Dombois. Eingetrocknete ode verflüssigte Cremes sollten Verbraucher ebenfalls nicht meh verwenden.

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Quelle: Ausgabe vom 03.08.2014