svz: Tierärzte setzen stärker auf Antibiotika

svz | 02. August 2014

BERLIN In der Tierhaltung in Deutschland werden immer mehr umstrittene Antibiotika eingesetzt, die auch für Menschen besonders wichtig sind. Bei der kritischen Klasse der Fluorchinolone stieg die abge gebene Menge im vergangenen Jahr auf 13 Tonnen - nach 10 Tonnen im Jahr zuvor. Das geht aus Daten des Bundesamtes für Verbrauchcrschutz und Lebensmittelsicherheit hervor.

Wirkstoffe wie die Fluorchinolone gelten als Reserve-Antibiotika und werden bei Menschen für schwere Krankheitsfälle verwendet, wenn normale Antibiotika nicht mehr anschlagen. Ein starker Einsatz von Medikamenten in Ställen wird seit Langem kritisiert. Die Verwendung soll sinken, um die Gefahr von Resistenzen zu verringern.

Die Grünen forderten ein Verbot für den Einsatz der besonders wichtigen Reserve-Antibiotika in Ställen. „Der oftmals wahllose und ungezielte Einsatz dieser Mittel in der Massentierhaltung ist eine Verantwortungslosigkeit sondergleichen", sagte der agrarpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Friedrich Ostendorff. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) verlangte ein strengeres Arzneimittelgesetz. Reserve-Antibiotika hätten in Massentierhaltungen nichts verloren.

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Quelle: Ausgabe vom 02.08.2014