Südwestmecklenburger Rundschau: Pillen in den Hausmüll

Südwestmecklenburger Rundschau | April 2014

Arzneimittelcocktail belastet Wasser.

In manchen kleinen Flüssen Mecklenburg-Vorpommerns schwimmen mehr Arzneimittelrückstände als Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Experten sorgen sich um die Gesundheit und den Bestand von Fischen, Fröschen und Muscheln.

Besonders in der nähe kleinerer Kläranlagen wurden Reste von Beruhigungs- und Schmerzmitteln, von Antibiotika und Antibabypillen gefunden. Möglicher Grund: die Landbevölkerung wird immer älter - und braucht im Schnitt mehr Medikamente.

Die meisten kleinen Mengen sind für Menschen ungefährlich, aber für Fische nicht.

Im Forschungslabor vom Leibnitz-Institut für Gewässerökologie hat gezeigt, dass Verhütungsmittel Kaulquappen daran hindern , sich zum Frosch zu entwickeln. Fische und Muscheln "verweiblichen".

Die Arznei-Rückstände gelangen über die Toiletten ins Abwasser.

Entweder werden Pillen von den Patienten nicht vollständig verbraucht - oder sie werden ungenutzt ins Klo gespült. Solange Apotheken nicht zur Rücknahme verpflichtet sind, können Verbraucher dafür sorgen, die unverbrauchten Medikamente  nicht im Abwasser, sondern in den Hausmüll zu entsorgen. Ungenutzte Pillen gehören in den Hausmüll. 

COPYRIGHT:  Südwestmecklenburger Rundschau

Quellennachweis: Ausgabe vom April 2014

 

Dringende Anmerkung des Forums für sauberes Trinkwasser

Die Ärzteschaft ist gefragt: Chemiefreie Medizin ist möglich und wird bereits praktiziert

Am besten ist es natürlich, auf jegliche Medikamente zu verzichten. Vorbeugend und im Bedarfsfall auch akut bzw. behandelnd ist es ratsam sich aus der Apotheke der Natur zu bedienen. Jede Mahlzeit ist dazu hervorragend geeignet. Bitte beachten Sie dazu unsere Ernährungstipps...

Die umweltmedizinische Praxis in ihrem täglichen Schaffen ist der beste Beweis dafür, dass eine Medizin ohne Chemie auskommt.

Denn es ist so:

Eingenommene Medikamente verlassen auch auf physiologischem Weg den Körper (Stuhl, Urin, Speichel, Schweiß) und gelangen so ins Abwasser.

 

Wohin mit nicht genutzten Medikamenten?

Ungenutzte Medikamente und auch solche mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum entsorgen Sie bitte NIEMALS im Klo oder im Waschbecken! Sie dürfen auch NICHT in den Hausmüll. Hausmüll wir heutzutage oft verbrannt. Doch beim Verbrennen werden die Chemikalien lediglich umgewandelt: Asche. Ein Teil davon gelangt als Abgase über Schornsteine in die Umwelt und ein Teil wird als Asche endgelagert. Niemand weiß, wie sich die neu entstandenen Stoffe verhalten und sie sind daher ein unschätzbares Risiko.

Medikamente sind Sondermüll!

Apotheken bieten oftmals als Serviceleistung eine freiwillige Rücknahme von Altarzneimitteln an. Dies erfolgt jedoch nicht flächendeckend und Apotheken sind rechtlich auch nicht zu einer Rücknahme von Altarzneimitteln verpflichtet. Aber bitte appellieren Sie an das Gewissen Ihres Apothekers. 

Unabhängig hiervon sehen vielfach Städte und Gemeinden Möglichkeiten für eine Entsorgung von Altarzneimitteln vor (z.B. „Medi-Tonnen“, Schadstoffsammelstellen, Schadstoffmobile). Auskünfte hierzu erteilt Ihnen Ihre Gemeinde.

 

Die Kompetenz der Wasserwirtschaft ist gefragt!

Kläranlagenbetreiber müssen das Wasser von den Medikamenten reinigen, um zu verhindern, dass diese Belastung wieder in den Kreislauf gelangt.

Weil dies nach unseren Informationen nicht zuverlässig geschieht, müssen auch Wasserversorger entsprechende Tests in die Routinen mit aufnehmen - sie sind gemäß §1 Trinkwasserverordnung verpflichtet "die menschliche Gesundheit vor den nachteiligen Einflüssen, die sich aus der Verunreinigung von Wasser ergeben, das für den menschlichen Gebrauch bestimmt ist, durch Gewährleistung seiner Genusstauglichkeit und Reinheit [...] zu schützen."