BEERDIGEN ODER KREMIEREN?

Diese Frage ist ganz leicht zu beantworten, wenn sie anders gestellt wird: dient es dem Leben?

Von alters her wurden Plätze für Friedhöfe sehr sorgfältig ausgewählt: man nahm Stellen mit einer Felsplatte oder einer dicken Mergelschicht ohne Bezug zum Grundwasser. Auf Brunnenvergiften stand im Mittelalter die Todesstrafe. Heute, wo wir am Ende des Lebens als hochgefährlicher Sondermüll gelten müssen, gehen wir sorglos mit der toten Materie um. Zerfallende Urnen haben in Friedwäldern mit Bächen, Seen und womöglich der Funktion als Trinkwassereinzugsgebiet nichts zu suchen. Schon jetzt hat Holzasche soviel Schwermetalle, daß sie nicht in den Kompost darf. Wie kann man dann Bäume noch weiter mit einem Schwermetallcocktail aus Menschenasche belasten?

Unsere Lebensgrundlage Boden, Wasser und Luft sind schon so vergiftet, daß unsere Lebensqualität massiv beeinträchtigt ist, von kommenden Generationen ganz zu schweigen. Es gibt nicht einen vernüftigen Grund einen Verstorbenen nicht in die Erde zu legen; für Christen schon gar nicht. Die höheren Kosten wegen der Größe des Erdgrabes und der längeren Liegezeit lassen sich durch eine anonyme Grabstätte abfangen, falls sich jemand allein aus finanziellen Gründen für eine Urne entscheidet. Höchste Zeit, daß sich Kirchgemeinden mit diesem Thema befassen. Wir können Geld nicht essen, trinken und atmen, daher dürfen die Kosten kein Argument für den Verbrennungswahn sein.

Der menschliche Irrglaube, daß man mit Verbrennen Materie vernichtet, hält sich seit dem Mittelalter hartnäckig. Das Gegenteil ist der Fall: es gibt eine chaotische, unkontrollierte Neusynthese. "Die große biologische und chemische Stabilität der halogenierten Dioxine/Furane, ihre lange Persistenz in der aeroben Umwelt, die nur noch von den überhaupt nicht zerstörbaren Schwermetallen übertroffen wird, führt zwangläufig zu einer kontinuierlichen Anreicherung dieser Gifte in der näheren Umgebung ihrer Emissionsquellen, aber auch über weitere Distanzen." (Prof. Rosin)

"Verbrennungsprozesse ... und Feuerungen laufen unvollständig ab, da es sich um einen unspezifischen Prozess unter Einschluss einer Vielzahl verschiedener chemischer Reaktionen handelt. Sie ... stehen im Kontrast zu Energie- und Stoffumwandlungen in der belebten Natur, die spezifisch und kontrolliert bei niederen Temperaturen erfolgen - und ohne Erzeugung unerwünschter Nebenprodukte. Neben der Erzeugung einer Vielzahl von gasförmigen, toxischen Nebenprodukten wie NOx und SO2, Kohlenwasserstoffen und CO entstehen in Verbrennungsprozessen grundsätzlich Feinstaubpartikel." (Prof. Jooß)

Seit 2003 enthalten die Nieren von Verstorbenen, soviel Cadmium, daß sie Sondermüll sind, sagt der Pathologe Professor Pesch. Das wird wahrscheinlich auch bald für Blei gelten bei einer Halbwertzeit von 37 Jahren im menschlichen Körper. Chrom, Nickel, Arsen, Gold, Quecksilber, Platin, Palldium, Aluminium u. dgl. werden erst gar nicht untersucht, das verunsichert nur.

Menschen stehen am Ende der Nahrungskette, sind also für Metalle und halogenierte Kohlenwasserstoffe ebenso wie für viele Medikamente (Was wird aus den Zytostatika?), das Endlager. Über die Lebenszeit von mehreren Dekaden kumulieren die meisten dieser hochtoxischen Substanzen. Selbst wenn es beim Verbrennen dieses brisanten Gemisches keine chemische Neusynthese (äußerst unwahrscheinlich) von giftigen Stoffen wie in einer MVA geben sollte, Materie geht nicht verloren, wir belasten über Boden (die Asche kommt neuerdings in zerfallende Gefäße), die Luft und Wasser die Lebenden. Schon allein aus Klimaschutzgründen verbietet sich die Kremierung, da 50l Heizöl verbraucht werden, um den Verstorbenen in Asche umzuwandeln. Mutter Erde macht uns gratis zu dem wovon wir genommen ohne zusätzliche Gifte zu emittieren oder gar zur Klimaerwärmung beizutragen.

Es gibt viele schwerwiegende Gründe, uns auf die Tradition unserer Vorfahren zu besinnen und zu Grablegung zurückzukehren.

Was sollte uns als Christen auszeichnen? Daß wir dienen: Gott, dem Nächsten, dem Leben, der Generation nach uns.

 

So mußt du allen Dingen
Bruder und Schwester sein,
daß sie dich ganz durchdringen,
daß du nicht scheidest Mein und Dein.

Kein Stern, kein Laub soll fallen -
du mußt mit ihm vergehn!
So wirst du auch mit allen
Allstündlich auferstehn.
(Hermann Hesse)

Parchim, 09.11.2008
Dr. med. R. Peßner
Fachärztin für Allgemeinmedizin, Homöopathie, Umweltmedizin